Die Route der Industriekultur FrankfurtRheinMain traf sich im Medienhaus Main-Echo
„Schichtwechsel“, Wandel in der Industriegeschichte, so lautet das Motto der diesjährigen Tage der Industriekultur FrankfurtRheinMain, und besser als Ulrich Eymann es gemacht hat, kann man das Thema nicht interpretieren. Darin waren sich die Besucherinnen und Besucher eines Rundganges durch das Museum des Verlags einig.
Um Aschaffenburgs Industriegeschichte in der Region bekannter zu machen, hatten die Altstadtfreunde sowie der Geschichts- und Kunstverein zu dem Besuch eingeladen. Ulrich Eymann, Geschäftsführer im Medienhaus, schilderte die Entwicklung der Druckkunst von der Zeit Gutenbergs im 15. Jahrhundert bis zum heutigen computergestützten Drucken. Dabei spielten nicht nur die Schrift eine besondere Rolle, sondern auch das Vervielfältigen von Bildern mittels Radierung und Lithographie bis hin zur Digitalfotografie. Im Mittelpunkt des Vortrags stand die Produktion von Zeitungen von 1945 bis heute.
Keine Zeitung ohne Papier – einmal abgesehen von den digitalen Medien. Die Entwicklung ging vom handgeschöpften Papierbogen bis zur industriellen Produktion von tonnenschweren Papierrollen für die Zeitungsrotationsmaschine.
In mehreren Schüben revolutionär war die Entwicklung der Drucktechniken nach 1945. Es ist ein Zeichen des verantwortungsvollen Umgangs mit der eigenen Geschichte, dass veraltete Maschinen nicht verschrottet wurden, sondern im Museum präsentiert werden. So konnte Eymann anschaulich die technischen Verfahren aufzeigen, wie aus einem Text, aus Grafiken oder Bildern eine drucktaugliche Form hergestellt wird. Für diese wurden zunächst die einzelnen Buchstaben oder Schriftzeichen, die aus einer Bleilegierung bestehenden so genannten Lettern, zusammengesetzt: Handsatz. Diese Handarbeit wurde in schneller Folge ersetzt durch den Maschinensatz, Fotosatz und computergestützten Satz. Beim Bewundern der altehrwürdigen Setzkästen, Lettern, einer Zeilengießmaschine sowie Hoch- und Flachdruckmaschinen verschiedener Epochen konnten die Gäste sich in frühere Zeiten versetzen. Heute ist das in den 90er Jahren eingeführte Desktop-Publishing üblich: Satz und Seitenmontage werden inzwischen komplett am Computer hergestellt.
Die Besucherinnen und Besucher, die im Museum des Medienhauses Main-Echo in die Industriegeschichte eintauchten, werden in Zukunft nicht nur die Informationen aufnehmen, wenn sie Zeitung lesen, sondern auch eine Vorstellung davon haben, welche Technik und Arbeit in dem Papier steckt. – Wilfried Kaib –

