40 Jahre Aschaffenburger Altstadtfreunde

Die Erfolgsgeschichte der Löwenapotheke

Auf ihrer Jubiläumshauptversammlung feierten dieser Tage die Aschaffenburger Altstadtfreunde ihre Gründung vor 40 Jahren, die eng verbunden ist mit dem Wiederaufbau der Löwenapotheke. Schon 1984 hatten sich Aschaffenburger Bürger mit dem Ziel zusammengefunden zu erreichen, dass die historische Löwen-Apotheke auf dem Stiftsplatz wieder errichtet wird. Im März 1985 kam es dann zur Vereinsgründung. Von den Mitgliedern wurde viel Überzeugungsarbeit geleistet. Ein Jahr später konnten rund 8.500 Unterschriften für die Rekonstruktion des einst so markanten Gebäudes überreicht werden.

Damit war der Widerstand gegen das „Disneyland“, wie gespottet wurde, noch nicht gebrochen. „Jetzt erst recht“, so erinnert sich Josef Forman, Vorsitzender der Altstadtfreunde, war die Stimmung, und auf Antrag wurde eine Bürgerversammlung einberufen, die erste ihrer Art in Aschaffenburg überhaupt. Am 15. März 1988 war die Turnhalle der Fachoberschule in der Pfaffengasse bis auf den letzten Platz gefüllt. Am Ende eines heftigen Rednerstreits sprachen sich 400 Bürger für eine Rekonstruktion, zehn dagegen aus. Am 18. April 1988 reagierte der Stadtrat und beschloss den Wiederaufbau. Der jahrelange Einsatz der Bürger gegen Verwaltung und Experten hatte sich gelohnt:
Am 8. September 1995 wurde das Haus eröffnet.

Dieser Erfolg beflügelt seitdem die Altstadtfreunde: Mit großem Eifer verfolgen sie weiterhin den Vereinszweck, das kostbare bauliche Erbe der Stadt zu erhalten und zu pflegen. „Niemand kann sich heute mehr den Stiftsplatz ohne das schönste Bürgerhaus Aschaffenburgs vorstellen“, ist Josef Forman, überzeugt. „Und“, so fuhr er fort, „wir setzen uns nach wie vor für den Erhalt, die Restaurierung und den Wiederaufbau weiterer Baudenkmäler, darunter auch Gartenanlagen und Ensembles, ein, welche in der Stadt Aschaffenburg eine geschichtliche, künstlerische, städtebauliche, wissenschaftliche oder volkskundliche Bedeutung erlangt haben.“

Durch Öffentlichkeitsarbeit wollen die Altstadtfreunde das Interesse der Bürger an ihrer Stadt wecken und ihr Bewusstsein für die einzigartigen Bau- und Gartendenkmäler festigen: Nicht nur ideell, sondern auch mit finanziellen Mitteln fördern sie einzelne Maßnahmen. Engagement in der Denkmalpflege durch private Bauherrn ehren sie mit einem Preis. Aus der langen Liste der Projekte, für die der Verein sich in den vergangenen Jahren eingesetzt hat, nannte Forman beispielhaft nur: die Rekonstruktion des Stiftsbrunnens, die Erforschung der letzten Windmühle, der „Aumühle“, die drei Giebel des Justizgebäudes, die Sanierung des Stiftsturms oder die Pflege von Schöntal und Offenem Schöntal.

Aktuell gilt die Aufmerksamkeit der Altstadtfreunde dem „Parkwald Godelsberg“, einer lange vernachlässigten Gartenlandschaft. Der Verein beschloss, das Instandsetzen der denkmalgeschützten und dem Schöpfer der Grünanlage Georg Engelhard gewidmeten Sandsteinbank von 1912 am Serpentinenweg auch finanziell zu unterstützen.Der frühere Oberbürgermeister Klaus Herzog (l) und Vereinsvorsitzender Josef Forman zeigen das Modell der Löwenapotheke von Franz Schädlich aus den 1950er Jahren, das, im März 1985 in der City-Galerie ausgestellt, den Ruf nach Rekonstruktion des Gebäudes verstärkte.

Bevor die Sandsteinbank von 1912 im Stil des Jugendstils endgültig überwuchert wird, soll sie auf Wunsch der Altstadtfreunde saniert und zum Ausruhen hergerichtet werden.

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